Was für eine Woche schon wieder. 3 Practicals und Wildlife soweit das Auge reichte aber ich beginn mal von vorne.
Mittwoch, 25.08.10 - Braai in PA
Der Braai in Port Alfred war dann doch nicht so schlecht wie wir es uns ausgemalt hatten. Thema war „Der Pate“, dementsprechend hatten wir mädels genug zu gucken, da die Herren alle in schicken, wettbewerbsverzerrenden Anzügen rumliefen. Hatten ein sehr schönes Gespräch mit Mr. Handsome… sein größtes Argument war: Warum? Ihr habt doch spaß oder nicht?? Auf die antwort dass wir nicht so gern zurück fahren wollten meinte er nur: achsooo, ja ihr könnt hier auch zelte aufstellen, hättet ihr das mal eher gesagt… jaja: alter charmeur! Naja, wir haben uns vorbildlich ge-socialised und sind gegen halb 10 zurück ins Exil und haben nur ein einziges Tier auf der ganzen Fahrt gesehen – gottseidank.
Freitag, 27.08.10 – Louis Pub
Eigentlich hatte ich mich ja auf einen urigen Pub inmitten vom Township von Alicedale gefreut… aber irgendwie hatte ich da wohl falsche erwartungen. Ein uriger pub war es schon, aber leider nicht der dorf pub sondern einer im Golfclub der abgesperrt und für die öffentlichkeit weitesgehend unzugänglich war. Daher fand man dort keine einwohner sondern 14 volunteers aus england und ein paar ranger aus dem shamwari game reserve. Egal. Das Essen war spitze und die Getränkekarte bot alles was das Herz begehrte. Nur leider nicht zu dorfpreisen sondern zu angemessenen Studenten Preisen. Falls ihr es vergessen habt: Student ist hier ein synonym für geld und nicht für kein geld. Also waren die Preise einfach mal doppelt so hoch wie sonst auch. Trotzdem hielt es sich einigermaßen in grenzen, für ein Bier 1 euro und für ein Cider 1,50… das war schon noch ok. Wir tranken aus lauter neugier die halbe getränkekarte runter. Kein Wunder, wenn die Kurzen so schöne Namen wie Abortion, Road Kill, Bushman’s balls oder lung cancer trugen. Das Thema wird nicht weiter ausgeführt, denn: What happens in louis pub, stays in louis pub, aber eins kann ich euch sagen: Bestellt bitte niemals freiwillig einen Road kill.
Dienstag, 31.08.10 – 100% Wildlife
Die Zeit rennt, morgen ist einfach mal schon der 1. SEPTEMBER! Heute ging es zum Cheetah breeding Project und zum Reptile Centre und wie ihr an den Fotos erkennen dürftet, war das nach dem Shamwari game reserve wohl der beste Tag des bisherigen Studiums. Wir durften einen geparden streicheln und uns von einem 9 Monate alten Geparden die Finger abknabbern lassen. Danach ließen wir uns von einem etwas wahnsinnigen Herrn die Amphibien und Reptilien welt zeigen. Der Typ nahm auch gerne den Kopf einer der giftigsten Schlangen in den Mund um freudestrahlend zu erklären, dass die ihn noch nie gebissen hätte und sie seien beste Freunde. Achso. Ich hielt dann doch lieber geckos und ungefährliche Schlangen auf dem Arm und begnügte mich damit, in der letzten Reihe zu stehen, wenn er eine von den beißenden und spuckenden Schlangen frei rumschlängeln ließ. Danach durften wir mit einem erdmännchen-weibchen schmusen und saßen zusammen mit 4 Nil-Krokodilen in einem Gehege. Er veranschaulichte ziemlich gut, wie laut der kiefer eines Krokodils knallen kann, wenn es zuschnappt und wir durften alle mal am schuppigen Schwanz von dem (nach seiner Aussage) entspanntesten Krokodil zupfen. Das mit dem Krokodilgehege war mir nicht ganz so geheuer, da das Krokodil, welches am grumpigsten war, zurück ins Gestrüpp und damit außer Sichtweite verschwand. Danach durften wir einem Afrikanischen Seeadler das Köpfchen streicheln („Talk to him, otherwise it might think, your finger is food“) und gingen weiter ins Greifvogel Gehege in dem dann diverse greifvögelchen darauf warteten, auf unserm Arm platz nehmen zu dürfen („Oh, I don’t have gloves with me, but they can sit on your arm anyway – common try it“). Zu guter Letzt gingen wir ins Eulen-gehege und streichelten die ein, oder andere Eule. Wie euch vielleicht auffällt befanden wir uns eigentlich nie außerhalb des Geheges – sondern immer IM Gehege mit den beißenden und kratzenden Tierchen zusammen. Aber eins muss man mal sagen: Der hatte die Reptilien, Amphibien und Vögel echt alle super im Griff, denn einer von uns hat auch nur einen Kratzer davon getragen (außer vielleicht Max, das war aber der junge Gepard, der etwas zu sehr auf seinem Finger rumkauen wollte). Wir sind also alle noch ganz und am leben und hatten einen super spannenden, hautnahen Wildlife Tag – Ich liebe mein Studium.
Donnerstag, 2.09.10 – Angeln und andere wilde Tiere
Es wird Frühling. Das merkt man nicht nur daran, dass es tagsüber wärmer wird, sondern auch daran, dass sämtliche Kaltblüter langsam aus ihren Löchern kriechen. So hat Bongani gestern die erste Schlange vor unserem Wohnzimmer mit einem Mülleimer eingefangen. Zeitgleich hat unsere Hausmaus auf dem Sofa 4 Junge zur Welt gebracht und ist dann einfach abgehaun. Da die Jungen also eh gestorben wären, dachten wir es wäre eine gute Idee, die tierchen an die Schlange zu verfüttern…. Dumm nur, dass die Hauptnahrung der Schlange Frösche waren… Experiment ist also schon im Ansatz gescheitert. Heute ging es zu unserem zweiten praxis erlebnis dieser woche: Fischen. Irgendwie hat sich da ziemlich schnell rausgestellt, dass ich wohl ein geborenes Stadtkind bin, da ich 1. Nichts gefangen hab, 2. ausversehen die Angel kurz mit reingeworfen hatte und 3. schlußendlich den köder samt haken und Gewicht im Wasser verlor. Ups. Wenigstens weiß ich, wo nicht meine Fähigkeiten liegen
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Abends gab es dann nochmal den OBERKNALLER: Nashörner! Direkt hinter dem Zaun, etwa 20 bis 30 meter von unserem Klassenraum entfernt. Erst nur eins mit ihrem kleinen, welches etwa ein Jahr alt war. Nach kurzer Zeit, in der wir dead still - also muxmäuschenstill und mit mund offen dastanden und die beiden beobachteten, gesellte sich dann noch eine zweite Nashorn Mama mit ihrem etwa 1 Monate altem mini Nashornbaby dazu. Hab ich schon erwähnt, dass uns nur ein lächerlicher Zaun und etwa 30 m grasfläche voneinander trennten?? Standen etwa eine halbe stunde nur da und guckten den vier zu. Während die Nashorn Mütter fröhlich und ungestört vor sich hin grasten (der wind war gottseidank auf unserer seite, deswegen bemerkten die uns nicht) fing der ganz kleine an, den etwas größeren anzustupsen und zu necken. Das ging so lange gut bis eine der Mütter die beiden auseinandernahm weil der kleine es etwas übertrieb. Bongani meinte, Nashörner geben NIE Laute von sich, er hat vielleicht zweimal in seinem Leben ein Nashorn grunzen gehört. Und wisst ihr was: Das zweite mal war heute abend. Als die mutter nämlich ihr Nashornbaby beiseite nahm war deutlich zu hören, dass die nicht ganz einverstanden war mit dessen Verhalten. Was ein Moment! Hab ich schon erwähnt, dass ich mein Studium liebe?
Haben dann heute auch erfahren, dass unser praxis trip morgen ausfällt…. Morgen wäre eigentlich schießen an der Reihe gewesen… aber heute ist einer der Mitarbeiter von der Farm erschossen worden… dementsprechend können wir da wohl morgen nicht hin und unsere Übungen machen… verständlicherweise. Stattdessen fahren wir früh zu einem Herren, der professionell Tiere ausstopft. Vielleicht darf ich mir ja mein eigenen kleinen affen ausstopfen und mit nach Hause nehmen, wer weiß
Freitag, 3.09.10 - Tiere ausstopfen
Also mir selber ein Tier austopfen durfte ich nicht. Dafür war es aber hochinteressant, den prozess zu sehen, wie Tiere überhaupt prepariert werden. Reiche Schnösel aus far far away schießen sich also ein paar trophäen (oder auch bis zu 100, wie der Scheich von Dubai) in etwa einer woche und beauftragen die Firma, die Tiere soweit zu präpaieren, dass man sich die ins wohnzimmer stellen bzw hängen kann. Nun wird also in einem langen prozess das fell vom tier getrennt und der schädel präpariert. Das ganze kostet so unglaublich viel geld dass das schon fast nicht mehr in ordnung ist. Und dabei wird gar nicht das ganze tier mit haut und knochen verwendet. Es wird NUR das Fell und der obere teil vom schädel verwendet, der rest ist ausschließlich styropor. krass oder? ich dachte irgendwie da kommt mehr vom orginaltier hinzu. Dafür dass das einfach mal so abartig teuer ist. Wie dem auch sei. Befinde mich nun in port alfred, wir haben uns in ein hostel eingemietet, da wir leider keine schlafgelegenheit gefunden hatten für diesen einen abend (dazu äußer ich mich auch gar nicht weiter außer: unsozial!) naja. jedenfalls soll es hier heut abend eine Pilotenparty geben, ich bin gespannt ^^.
Seit alle lieb gegrüsst, ich drücke euch